Geburtshilfe auf dem Quirlsberg ist babyfreundlich
Die Geburtshilfe des Evangelischen Krankenhauses Bergisch Gladbach hat die Zertifizierung als "Babyfreundliches Krankenhaus“ nach den Kriterien von WHO und UNICEF erhalten.
Das Evangelische Krankenhaus Bergisch Gladbach hat die renommierte Zertifizierung als "Babyfreundliches Krankenhaus" nach den Kriterien der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen (UNICEF) erhalten. Mit der Auszeichnung werden der traditionsreichen Geburtshilfe des Klinikums besonders hohe Standards in der Betreuung von Mutter und Kind und der besondere Fokus auf eine natürliche, familienorientierte und bindungsfördernde Geburtsbegleitung bestätigt.
Die erfolgreiche Zertifizierung feierte das Team der Geburtshilfe am vergangenen Samstag mit einem großen Tag der offenen Tür. Das offizielle Zertifikat überreichte Dr. med. Detlev Katzwinkel, Vorstandsmitglied der Initiative "Babyfreundliches Krankenhaus“. Er gratulierte dem Team und würdigte die Arbeit der geburtshilflichen Abteilung: „Was Sie alle hier leisten, ist großartig. Ich bin sehr stolz auf Sie alle. Wenn man hier hereinkommt, spürt man sofort eine besondere Atmosphäre. Es wird alles getan, um Eltern und Kind einen guten Start zu ermöglichen.“
Für die Zertifizierung mussten zehn umfangreiche Schritte erfüllt werden, nach denen alle babyfreundlichen Kliniken arbeiten. Ziel aller Maßnahmen ist der Schutz und die Förderung der Eltern-Kind-Bindung. „Die Eltern-Kind-Bindung ist die zentrale Beziehung für die Entwicklung eines Kindes und prägt seine emotionale und soziale Entwicklung“, erklärt Prof. Dr. med. Christian Rudlowski, Chefarzt des Zentrums für Frauenheilkunde am EVK. Annette Karkossa als Leitende Hebamme ergänzt: „Besonderer Wert wird auf Bonding und Entwicklung, Stillen sowie bondingfördernde Flaschenfütterung gelegt.“
Das Stillen und das sogenannte Bonding – etwa durch Haut-zu-Haut-Kontakt zwischen Kind und Eltern – wird beispielsweise während des gesamten Klinikaufenthalts im Kreißsaal sowie später auf der Wochenbettstation ermöglicht und gefördert. „Die konsequent babyfreundlichen Arbeitsweisen erforderten in einigen Bereichen eine Umstellung des Klinikalltags. In vielen Bereichen arbeiten wir aber bereits seit vielen Jahren nach den Kriterien des babyfreundlichen Krankenhauses“, sagt Bianca Chedor, Leiterin der Wochenbettstation.
Ein weiteres Beispiel ist die sogenannte Kaisergeburt, die im EVK bereits seit einigen Jahren durchgeführt wird. Dabei wird Müttern auch bei einem notwendigen Kaiserschnitt ein natürliches und familiennahes Geburtserlebnis ermöglicht. Die Mutter kann die Geburt bei geöffneter Gebärmutter und Bauchraum ohne Sichtschutz beobachten. Der Vater kann wie bei einer vaginalen Geburt die Nabelschnur durchtrennen. Das Neugeborene wird danach sofort auf die Brust der Mutter für das Bonding gelegt.
Als Ergebnis der Zertifizierung sollen Veränderungen auf verschiedenen Ebenen spürbar werden, unter anderem eine höhere Zufriedenheit bei den Eltern und im Team der Geburtshilfe sowie höhere Geburtenzahlen und bessere Stillquoten. In Deutschland sind rund einhundert Geburts-, Kinder- und Perinatalkliniken als babyfreundlich zertifiziert. EVK-Geschäftsführer Sebastian Haeger sagt dazu: „Die Zertifizierung ist ein Bekenntnis zum Erhalt und zur Förderung der Geburtshilfe im EVK Bergisch Gladbach. Wir möchten sicherstellen, dass werdende Eltern in der Stadt auch in Zukunft wohnortnah auf die bestmögliche Unterstützung und Betreuung vertrauen können.“
Foto: Daniel Beer
Dr. med. Sabine Lubig (v.l. Fachärztin), Annette Karkossa (Leitende Hebamme), Prof. Dr. med. Christian Rudlowski (Chefarzt), Sebastian Haeger (Geschäftsführer), Bianca Chedor (Leitung Wochenbettstation) und Dr. med. Detlev Katzwinkel (Vorstandsmitglied der Initiative "Babyfreundliches Krankenhaus“).











